Trekdinner United IV (2009)

Trekdinner United IV – Auf Außenmission im Phantasialand

von Thorsten Walch

In diesem Jahr trafen sich am 29. August Mitglieder der Trekdinner Stuttgart, Mittelhessen, Bonn, Augsburg, München, Berlin, Lübeck und Hamburg im Phantasialand in Brühl bei Kölnzum 4. Trekdinner United. Kinder, wie die Zeit vergeht… war die diesjährige Trekdinner United-Veranstaltung am 29. August 2009 wirklich bereits die vierte ihrer Art? Scheint so…aber wenn das Älterwerden wirklich weise macht, dann war diesem Event davon nicht wirklich etwas anzumerken. Nach der mehrstündigen Hinfahrt, die man mit verschiedenen Fan-Gesprächen interessant und kurzweilig gestaltete („Transformers –Die Rache war tausendmal besser als Terminator Salvation!“ „Ach was…Du spinnst ja! Genau andersrum!“ etc.) erreichte die Langstreckenshuttles unbeschadet die Stadt Brühl und steuerten sogleich das Phantasialand an, wo man nach kurzer und hartnäckiger, aber letztlich erfolgreicher Suche auch einen Parkplatz fand. Schnell fanden sich am vereinbarten Sammelpunkt die Trekdinner Bonn, Stuttgart, Mittelhessen, München, Augsburg und die Besucher aus Hamburg, Berlin, Duisburg und Düsseldorf ein. Nach den obligatorischen Grußworten zwischen Stallone vs. Willis Fans machte man sich also auf ins Innere des Phantasialands – und hier nahm das Schicksal mithin seinen unaufhaltsamen Lauf.

Eine erste unerfreuliche Begegnung mit den Fahrgeschäften fand bereits kurz nach Beginn statt. Während verschiedene Teilnehmer der Trekdinner Berlin, Bonn, Stuttgart und Mittelhessen und weiterer Besucher sich anschickten, eine Fahrt mit der gefürchteten Black Mamba Bahn hinter sich zu bringen, was der Klingolaus aus nicht näher bezeichneten Gründen (die nichts, aber auch gar nichts mit Feigheit zu tun haben – klingonisch‘ Weh dem, der etwas anderes sagt!!!) unterließ, musste der wackere Krieger sich einer ganz anderen Bedrohung erwehren: Eine als voll funktionstüchtige aggressive Wespe getarnte romulanische Spionagesonde (wer sonst als die fiesen Spitzohren würde sich so etwas wagen?) attackierte frech den klingonischen Weihnachtsmann und stach ihn – ohne die allergeringste feindselige Provokation – in den muskelbewehrten Arm. Oder waren es doch Spezialkommandos der USS Wasp? In Ermangelung eines klingonen-kompatiblen medizinischen Tricorders schwoll das Ganze natürlich wundervoll an. Und wie sagt man in Abwandelung eines alten terranischen Sprichwortes so schön? „Wer den Shatner hat, braucht für den Spock nicht mehr zu sorgen!“. Den ganzen Tag über musste der geplagte Klingolaus herzliche Kommentare über seine angebliche Wehleidigkeit über sich ergehen lassen (…dabei kam doch, wie es sich für einen echten Krieger gehört, kein Laut des Schmerzes über seine Lippen!). Da ein Klingone aber entgegen anderslautender Gerüchte definitiv keinen Schmerz kennt, setzte man die Exkursion durch das Phantasialand nach kurzer Zeit fort.

Als nächstes stand eine Fahrt in der Colorado-Achterbahn auf dem Programm, die allgemeines „Wind-um-die-Ohren-sausen-lassen“ versprach – und so geschah es. Selbstverständlich (wie könnte es auch jemals anders sein!) gab es auch in der Michael Jackson Bahn einen Streckenabschnitt, bei dem Wasser im Spiel war – schon dereinst im Vergnügungspark Tripsdrill hatte es sich als fester Grundsatz von Trekdinner United erwiesen, dass einfach kein Auge – und alle anderen Körperpartien ebenfalls – dabei trocken bleiben dürfe. Obwohl der Klingolaus tapfer und Gentlemanlike versuchte, die neben ihm sitzende, zu keinem der Dinner gehörende junge Frau unter die Wasserkaskade zu halten, führte dies doch zu nichts und der edle Recke in Rot (…an diesem Tag jedoch in zartem Babyhellblau gewandet) bekam einen gehörigen Wasserschwall ab. Nun ja – dies brachte wenigstens Kühlung für die grässliche romulanische Kampfwunde.

Sodann verlangte es die Helden von Trekdinner United IV zunächst einmal nach Nahrung, da die Mittagsstunde näher gerückt war und man kehrte gemeinsam in das mexikanische Themenrestaurant „Don Pedro“ ein. Hier wurde zwar kein Gagh gereicht, aber es gab recht akzeptable terranische Kost zum Essen sowie ein gepflegtes Bier oder auch die unvermeidliche Tass‘ Kaff‘ (Preisfrage: Wer ist das? „Einen Latte Macchiato mit Zimtgeschmack und ein Ginger Ale, bitte!“). Die allgegenwärtigen und doch immer unsichtbaren Romulaner leisteten auch während des Mittagessens ganze Arbeit mit ihren als Wespen getarnten Spionagesonden, die immer wieder Trekdinner United, dessen Tische und vor allem Gläser und Teller umschwirrten. Selbst der ansonsten für seine ausgesprochene Friedfertigkeit bekannte Rainer „Kuhnwalker“ Kuhn verlor dabei mehrmals fast die Contenance…well then, man überlebte das Ganze.

Auch die Mitfahrt im River Quest (Rafting) zeigt sich feucht-fröhlich – O-Ton eines Klingonen: „Da sich inzwischen alle Regenwolken weitestgehend verzogen hatten und somit keine Gefahr mehr bestand, von oben her nass zu werden, kam nun der unvermeidliche Aufruf in die Runde, eine kleine Runde in der Rafting-Bahn zu drehen. Große Hinweisschilder besagten bereits am Eingang, dass man während der Fahrt in den Waschzubern „sehr nass“ werden könne…dass der Begriff „Nass“ jedoch in verschiedene Kategorien unterteilt werden kann, das stand natürlich mal wieder nirgends. Zusammen mit Klaus, einer jungen Dame vom TrekDinner Stuttgart den beiden amerikanischen Gästen  aus Stuttgart platzierte ich mich also im Waschzuber. Der erste Wasserschwall, der sich über mich ergoss, ließ nicht lange auf sich warten, der zweite ebenso wenig und alle anderen gefühlten siebenhunderteinundneunzig ebenso wenig. Als der Waschzuber-Ritt, natürlich vollzogen unter einem gemeinsam geschmetterten „Row-row-row your boat“, dann vorbei war, hatte ich keinen trockenen Faden mehr an mir…Klaus und die beiden anderen Herren waren relativ trocken geblieben, und es war nur ein sehr schwacher Trost, dass es besagter junger Frau auch nicht viel anders ergangen war als mir. Da half auch der neben der Rafting-Bahn befindliche Ganzkörper-Fön nicht wirklich viel. Da es jedoch auch eine große universelle Gerechtigkeit gibt, die sich hier und da mal blicken lässt, kam jedoch ein warmer Wind auf und linderte die feuchte Kühle.“

Als Nächstes stand eine Fahrt mit der chinesischen Geisterbahn auf dem Programm. Ein nicht ganz unerheblicher Hintergedanke hiervon war der Wunsch nach einer Fahrt, bei der man garantiert trocken bleiben würde, ferner versprach die Geisterbahn eine gewisse Wärme im Inneren, um die restlichen verbliebenen Rafting-Spuren loszuwerden. In der Geisterbahn wurde die liebevoll gepfiffene Version des Titelthemas von THE X-FILES angstimmt – sehr zur Freude aller anderen Teilnehmer an der Fahrt. Den Schrecken der Geisterrikscha mehre dies jedoch kaum. Kleines Kuriosum am Rand: An einer Stelle projizierten sich schreckliche Geister mittels Lichteffekt neben die in Gondeln sitzenden Mitfahrer, was man eindrucksvoll in Spiegeln mitverfolgen konnte – bloß neben dem Klingolaus erschien kein Geist. Ein technischer Defekt oder die Wahrheit, die irgendwo da draußen ist? Man wird es nie erfahren und seltsam, aber so steht es geschrieben. Frank Baring stellte im Anschluss ernüchtert fest, dass ihm niemand einen der von der Decke baumelnden Knochen aus der Geisterrikscha mitgebracht hatte. Warum nur?

Es folgte eine Reihe unterschiedlicher Aktivitäten – während die einen Trekdinner United-Mitfahrer gerne noch mit der Wildwasserbahn fahren wollten, da sie offensichtlich noch nicht nass genug waren, zogen andere den Sturz vom Freefall-Tower vor, und wieder andere stöberten anderweitig im reichhaltigen Breitwand-Bespaßungs-Angebot umher, um sich auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen zu vergnügen. Natürlich wurde dabei auch reichlich miteinander kommuniziert („Stallone ist besser!“ „Nein, Willis!“ „Nein, Stallone!“ „Nein, Willis!“ „Stallonestallonestallonestallonestallone!“ „Williswilliswilliswilliswillis!“). Am späteren Nachmittag besuchte man dann noch einmal gemeinsam das mexikanische Restaurants für eine kleine Kaffeerunde, aber bedauerlicherweise erwies sich der Service hier nun nicht mehr als auch nur halb so gut wie im Falle des Mittagessens. Ein leicht pampiger junger Kellner wollte den leicht abweichenden Getränkewunsch eines Trekdinner United-Teilnehmers einfach nicht verstehen und verschluderte in Folge dessen verschiedene Bestellungen, die sich auf der abschließenden Rechnung jedoch samt und sonders wieder fanden. Diese musste von den Teilnehmern dann zum Zahlen eigenhändig auseinander-dividiert werden…doch dergleichen drückt  die Stimmung eines wilden Haufens wie Trekdinner United jedoch wenig bis gar nicht.

Der ereignisreiche, witzige und vor allem nasse Tag endete dann mit dem gemeinsamen Gruppenfoto in der Altberlin-Kulisse des Phantasialands sowie dem gemeinsamen Besuch des 4-D-Kinos, in dem man Comedy-Altmeister Leslie Nielsen als bösen Piratenkapitän bewundern konnte – und, man höre und staune, es kamen böse und giftige Killerwespen in dem Filmchen vor. Igittigitt! Und dann kam leider jener traurige Moment, der auf jedem Trekdinner United nun einmal unweigerlich eintritt – der Abschied. Nachdem man sich tränenreich umarmt hatte („Du verträgst eh kein Klingonenbier!“ „Und Bruce Willis ist und bleibt besser!“), bestieg jeder der Teilnehmer sein Shuttle und es ging zurück ins heimatliche Sternensystem.

Wenn Du, lieber Leser, bei diesem Artikel Dein liebes Vergnügen hattest, dann ist es mir, dem lieben Autoren, ganz sicherlich gelungen, die Stimmung des Tages bestens einzufangen. Trekdinner United kann man nur schwer erzählen, das muss man einfach erlebt haben. Und wenn Du, lieber Leser, nun neidisch geworden bist auf das, was die Trekdinner United-Teilnehmer da hinfabriziert haben, dann ist das gut und richtig so und sollte Dich dazu motivieren, beim nächsten Mal persönlich bei Trekdinner United dabei zu sein. Ja, Du hast richtig gelesen – es wird im kommenden Jahr eine weitere Neuauflage des überregionalen Trekdinner-Events geben – am 30.08.2010 ist geplant, das Luft-, Raumfahrt- und Technik-Museum in Sinsheim oder Speyer heimzusuchen, wie vom Orga-Team bereits kurz nach dem Gruppenfoto im Phantasialand auf illustre Weise verkündet wurde. Sieh einfach nach auf www.trekdinnerunited.de und informiere Dich – und werde gemeinsam mit uns allen nass!